Martin

Martin K.

Dienststellenleitung

Alter: 55

Dienststelle: Finanzamt Dortmund-Ost

Aufgabe: Vorsteher

Hobbys: Musik, mit meiner Band auftreten, Reisen, Lesen

INTERVIEW

Interview mit Herrn KlünemannSie sind seit 1990 bei der Finanzverwaltung und leiten heute das Finanzamt in Dortmund. Können Sie sich noch an den Tag erinnern, an dem sie sich dazu entschieden haben, zur FV zu gehen – und warum?

Ich könnte jetzt sagen, ich war jung und brauchte das Geld -  und so war es eigentlich auch. Ich war vorher Rechtsanwalt und das hat mir überhaupt nicht gefallen. Und dann war ich kurze Zeit bei der Versicherung und das hat mir ungefähr genauso wenig gefallen.

 

Was hat Sie gestört?

Beim Rechtsanwalt hat mir der Umgangston nicht gefallen, das war sehr von oben herab, arrogant. Auch den Mitarbeitern gegenüber war da überhaupt gar keine Wertschätzung, auch mir gegenüber nicht. Und bei der Versicherung waren die zwar nett, aber das hat mich inhaltlich überhaupt nicht interessiert. Und dann habe ich mich bei der Finanzverwaltung beworben, ganz ehrlich, weil mein Vater (Richter beim Oberlandesgericht) gesagt hat, bewirb dich doch bei der Finanzverwaltung. Und dann haben die mich komischerweise genommen. Die Materie ist viel interessanter, als ich gedacht habe. Und ich habe gemerkt, dass unser Laden, unsere Firma, sehr tolle Leute hat und dass wir trotz der Größe immer noch sehr familiär sind. Es hat unheimlich Spaß gemacht.

 

Was zeichnet die Finanzverwaltung als guten Arbeitgeber aus?

Im Wesentlichen große Fairness. Unser Laden ist wirklich ein fairer Laden. Auch wenn einzelne Leute das bezweifeln. Wir sind gerade im Bereich Soft Skills sehr stark, also wie gehen Menschen und Kollegen miteinander um. Wir machen sehr viel im Bereich Fortbildung. Wir sind viel moderner als andere Verwaltungen, auch wenn man uns das nicht so nachsagt.

 

Was bedeutet die Vielfalt der Finanzverwaltung für Sie persönlich?

Es bedeutet, dass Leute unterschiedlichster ethnischer Hintergründe, unterschiedlicher geschlechtlicher Orientierung, eine Menge bunter Leute hier arbeiten. Eines sind wir jedenfalls nicht: ein grauer Haufen! Ich versuche die Vielfalt in meinem Finanzamt auch ein bisschen zu leben, indem ich auch Leuten bei der Einstellung eine Chance gebe, die sonst schon mal übersehen werden. Und das tut unserer Finanzverwaltung auch gut. Dadurch entwickeln wir uns weiter.

 

Welche Stellen haben Sie schon durchlaufen?

Ich bin schon überall gewesen: auf insgesamt 12 unterschiedlichen Stellen - auch mit örtlichen Wechseln. Das heißt, ich war eine Zeit lang Dozent in Nordkirchen. Ich war Sachgebietsleiter im Bereich Vollstreckung, ich war vorher in drei Ämtern ständige Vertretung der Dienststellenleitung jetzt arbeite ich im dritten Finanzamt, in dem ich Vorsteher bin.

 

Was waren bisher die interessantesten Stellen in der Verwaltung, in denen Sie gearbeitet haben?

Vorsteher! Mir gefällt, dass ich auf der einen Seite eine sehr große Freiheit der Gestaltung habe. Obwohl wir ein hierarchischer Laden sind, kann ich als Vorsteher noch viele Akzente setzen, sehr viel anstoßen. Mehr noch als das Steuerrecht reizt mich das Thema Personal. Die großen und kleinen Sorgen der Leute zu hören und dann vielleicht so umzusetzen, dass da was Positives draus wird. Aber was ich auch immer wichtig fand, ist Konsequenz zu zeigen, wenn Dinge nicht gut laufen. Es ist die Mischung aus allem: Ich mache meine Arbeit einfach unheimlich gerne. Es ist mein Traumjob.

 

Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie gesagt haben, dass sie bei der Kampagne mitmachen möchten?

Die haben sich totgelacht. Meinte Tochter (25) meinte, dass sie sich ja darauf vorbereiten muss, dass sie dem nächst wenn sie rausgeht, anstatt dem Bundeswehr-Plakat ihren Alten da sehen würde.

 

Warum haben Sie sich beworben?

Weil ich stolz auf unsere Finanzverwaltung bin und das auch zeigen will; und dafür bietet die Imagekampagne eine gute Plattform. Es ist für uns ein neues Format und ich bin grundsätzlich neugierig. Am Anfang der Kampagne war ich etwas skeptisch, ob es okay ist, dass ich als Vorsteher bei so etwas mitmache. Als ich gesehen habe, in welche Richtung es hier geht, kann ich sagen, dass ich voll dahinterstehe und sogar stolz bin, ein Teil der Kampagne zu sein.

 

Was haben Sie sich vom Fotoshooting erwartet?

So ein bisschen aufgeregt war ich schon und dachte das ist alles so super cool. Aber das ist ja fast familiär hier. Alles schön locker, das hat es mir auch leichter gemacht. 

 

Sind Sie eine Person, die ihre Meinung immer klar äußert. War das nicht karriereschädlich?

Man sagt mir nach, dass ich meine Meinung sehr deutlich äußere (grinst). Aber ich versuche schon, immer hart in der Sache, aber verbindlich im Ton zu bleiben. In den 30 Jahren, in denen ich schon dabei bin, bin ich nur zwei Mal ausgeflippt (lacht). Für mich waren immer die Vorsteher gut, die eine klare Kante gezeigt haben, aber trotzdem freundlich geblieben sind. Und das habe ich versucht, mir zum Vorbild zu nehmen.

 

Klünemann Band.