Alice

Alice H.

Betriebsprüfung

Alter: 45

Dienststelle: Groß- und Konzernbetriebsprüfung Hagen

Aufgabe: Betriebsprüferin

Hobbys: Reiten, Schwimmen, Yoga, künstlerische Tätigkeiten

INTERVIEW

Warum haben Sie sich für die Kampagne beworben?

Ich finde es sehr wichtig, an der Außenwirkung der Mitarbeiter unserer Finanzverwaltung zu arbeiten und letztendlich vielleicht Vorurteile und Klischees abbauen zu können. Daran mitwirken zu können, bereichert mich und vom Ergebnis selbst zu partizipieren, würde mich sehr erfreuen.

Alice H. Interview

Wie ist Ihr Ansehen als Betriebsprüferin?

Manchmal ist das auch ein persönlicher Streitpunkt im Freundes- und Familienkreis. Ich bin immer eine große Verfechterin davon, dass unser Steuersystem grundsätzlich gerecht ist, richtig ist und es nur funktioniert, wenn sich jeder daran hält. Gerade in der Betriebsprüfung geht es darum, für die Gleichmäßigkeit der Besteuerung aller Unternehmen zu sorgen - und das kann zu Mehrsteuern aber auch zu Erstattungen führen. Ich fühle mich da auch im Recht und nicht als die „Böse“.

 

Was erwarten Sie von der Kampagne?

Ich würde mir natürlich wünschen, dass die Kampagne fruchtet und dass das verstaubte Bild der Finanzverwaltung etwas aufgelockert wird. Ich würde so gern mal einen positiven Kommentar hören, wenn ich mich als Betriebsprüferin „oute“.  Das Wichtigste für die Finanzverwaltung ist einfach eine breite Präsenz. Viele wissen gar nicht, was wir für gute Ausbildungen haben. Wir müssen außerdem zeigen, dass auch in der Finanzverwaltung nette und sympathische Leute arbeiten.

 

Wie fanden Sie Ihr Fotoshooting? Waren Sie sehr aufgeregt vor dem Fotoshooting?

Ja, natürlich! Es war toll: ein schönes Erlebnis mit netten Leuten vor Ort. Es hat Spaß gemacht.

 

Können Sie sich erinnern, wie Sie sich dazu entschieden haben, zur Finanzverwaltung zu gehen?
Ja, ich hatte eigentlich schon einen Ausbildungsvertrag bei der Sparkasse. Aber als sich dann eine Schulkameradin von mir hier beworben hatte und ich den Prospekt mit den fahrradfahrenden Studenten aus Nordkirchen gesehen habe, wollte ich das Gleiche machen.  Das hat sich auch gelohnt, die Ausbildung war toll.

 

Was hat Ihnen an Ihrer Ausbildungszeit am meisten gefallen?

Nordkirchen war eine tolle Zeit. Ich würde jederzeit wieder hinwollen. Man hat viele Leute kennengelernt und natürlich auch unheimlich viel gelernt. Das Miteinander, die gemeinsamen Unterbringungen, die Feten, dass man eine Gemeinschaft hat und sich auch fachlich austauschen kann – das war super.

 

Was mögen Sie am meisten an ihrem heutigen Job?

In der Groß- und Konzernbetriebsprüfung ist es ein großes Plus, dass man sehr frei in seiner Arbeit ist. Man organisiert sich komplett selber. Klar muss man das auch erstmal lernen – aber nach einer Eingewöhnung klappt das sehr gut. Die Aufgaben aus der Theorie in Nordkirchen sind in der Groß- und Konzernbetriebsprüfung Realität. Betriebsaufspaltungen, Einbringungen, Verschmelzungen etc. sind dort Gang und Gäbe. Mit dem gelernten Steuerrecht kann man den Steuerberatern auch gut auf Augenhöhe begegnen, wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben eine verdammt gute Ausbildung und das wissen die da draußen auch.

 

Und als Frau hat man es da nicht schwer als Prüferin sich gegen die oft männlichen Steuerberater durchzusetzen?
Gewisse Vorbehalte gegenüber Frauen sind teilweise schon noch spürbar aber, wenn man dann zeigt, dass auch eine Frau beharrlich verhandeln kann, kommt man da super zu recht. Für Frauen sind in diesem Bereich auf jeden Fall Tür und Tor offen.

 

Wie bewerten Sie die Finanzverwaltung als Arbeitgeber?

Was ich besonders gut finde: Unsere flexiblen Arbeitszeiten!  Ich habe ein Kind und arbeite in Teilzeit. Arbeit und Betreuung lassen sich bestens kombinieren. Die Finanzverwaltung zeigt sich da äußerst flexibel, wie viele Wochenstunden ich arbeiten möchte und wie ich es auf die Wochentage verteile. Da habe ich immer ein großes Entgegenkommen wahrgenommen.

 

Was bedeutet die Vielfalt der Finanzverwaltung für Sie persönlich?
Jeder für sich hat seine eigene Individualität die jeder auch in sein Berufsleben einbringt. Und das ist auch gut und richtig so, ein Spiegel der Gesellschaft findet sich natürlich auch in den Mitarbeitern der Finanzverwaltung. Es kommt mittlerweile viel neuer Schwung in unsere Verwaltung – auch durch gute Führungskräfte. Wir haben heute ein größeres Miteinander und eine aufgelockertere Hierarchie. Im Jahr 2002 war ich nach meiner Steuerberater-Prüfung zunächst wild entschlossen, die Verwaltung zu verlassen. Für mich ergab sich dann aber ein Stellenwechsel, durch den ich mich genauso gut weiterentwickeln konnte. Inzwischen kann ich mich sehr gut mit der Landesfinanzverwaltung identifizieren und ich stehe voll und ganz dahinter.

 

Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht für die Finanzverwaltung arbeiten?

Ich mag Sport: reiten, schwimmen, Yoga und Dogdance mit meiner Kurzhaarcolliehündin Emmy. Außerdem bin ich auch gern künstlerisch tätig: ich schneidere und kombiniere Kostüme für Shows und Events und meine gegenwärtige Leidenschaft ist das Body- und Horsepainting. In professionellen Reitershows bin ich für Kostüme und Maske von Menschen und Pferden zuständig und wirke auch teilweise als Darstellerin mit. 

 

Alice H. mit ihrem Hund