Lukas

Lukas H.

Veranlagungsstelle

Alter: 21

Dienststelle: Finanzamt Wiedenbrück

Aufgabe: Steuerfestsetzung

Hobbys: Sport, Unternehmungen mit Freunden

INTERVIEW

Haben Sie sich die Teilnahme an der Kampagne vorher so vorgestellt?

Nein, aber ich wollte schon immer mal ein professionelles Fotoshooting machen. Vom Fotoshooting für das Plakatmotiv hatte ich zunächst ganz andere Vorstellungen: Man macht sich zu Hause fertig, geht dann zum Shooting ins Studio und wird direkt abgelichtet. In der Einladungs-Mail wurde ich dann aber aufgeklärt: zum Beispiel darüber, dass wir bestimmte Farben tragen sollten und eine Visagistin vor Ort sein wird, die sich um unser Aussehen kümmert.

 

Sind Sie selbst darauf gekommen, sich zu bewerben?

Ja, das war meine Idee. Ich habe mich gemeinsam mit einer Kollegin beworben, die ist aber nun nicht dabei.

 

Auf Ihrem Plakat wird der Finanzbeamte als Iron Man bezeichnet. Wie interpretieren Sie das?

Die Tätigkeit von Finanzbeamten mit dem Iron-Man zu vergleichen, das klingt im ersten Moment paradox. Dass der Vergleich dennoch zutreffend ist, möchte ich Ihnen gerne am Beispiel des Iron-Man Triathlon erläutern, welcher aus folgenden Disziplinen besteht: 3,8 km Schwimmen, dann 180km Radfahren mit anschließendem 42km Marathonlauf.

Wenn man darüber nachdenkt, was man zur Bewältigung einer solchen Sportleistung benötigt, fallen doch einige Parallelen zu uns Finanzbeamten auf.Interview mit Herrn Hilpert

Ausdauer - Der Sportler braucht auf jeden Fall eine ganze Menge von Ausdauer, um den Iron-Man Triathlon zu meistern. Uns Finanzbeamten wird im Arbeitsalltag nicht immer sofort die ganze Wahrheit auf den Tisch gelegt. Um dennoch alle Informationen zu erhalten, ist oft viel Geduld vonnöten. Und damit diese, gerade bei weniger kooperativen Steuerpflichtigen nicht zu schnell ausgereizt wird, brauchen wir glaube ich alle sehr viel Ausdauer.

Taktik - Der Sportler muss sich vor und während seines Wettkampfes sehr gut überlegen, wie er sich seine Kräfte einteilt. Ein konstanter Sprint von Anfang an wird den Sportler nicht zum Ziel bringen, da dann bereits alle Kräfte verbraucht sind. Wir Finanzbeamten müssen uns auch gut überlegen, zu welchem Zeitpunkt man welche Fragen stellt und vor allem, wie man diese Fragen stellt. Würde man im Rahmen einer Betriebsprüfung den Steuerpflichtigen mit halbfertigen Vorwürfen konfrontieren, ohne vorher etwaige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, wird die Laune des Steuerpflichtigen sicherlich schnell emotional und somit ist keine sachliche Mitarbeit mehr zu erwarten. Daher ist es äußerst wichtig, dass wir Finanzbeamte in vielen Situationen sowohl Fingerspitzengefühl als auch eine gute Gesprächs- und Ermittlungstaktik beherrschen.

Fairplay - Jeder kennt den Begriff „ein wahrer Sportsmann“, welcher für einen fairen Umgang im Sportbereich steht.

Wir Finanzbeamten hätten uns ebenfalls einen solchen Ruf verdient, da wir uns alle bemühen, durch die Beachtung der Gesetze jeden Steuerpflichtigen gleich zu behandeln, unabhängig von Geschlecht, Alter oder sonstigen Eigenschaften. Zudem ermittelt die Finanzverwaltung nicht nur gegen den Steuerpflichtigen, auch Ergebnisse zugunsten des Steuerpflichtigen werden berücksichtigt.

Ausdauer, Taktik, und Fairplay: All diese Eigenschaften im Arbeitsalltag umzusetzen macht uns doch alle ein bisschen zum Superhelden!

 

Sie sind seit 2017 fertig mit der Ausbildung und nun im Finanzamt Wiedenbrück. Was machen Sie dort? Und wie soll es weitergehen?

Ich arbeite in der Veranlagung. Bin also unter anderem für die Veranlagung von Unternehmen zuständig. Ich überlege noch, ob ich irgendwann mit einem Jura-Studium anfange. Aber aktuell fühle ich mich dort, wo ich bin, sehr wohl. Ich mache noch einiges nebenbei, zum Beispiel „Schule und Steuern“. Das Projekt bietet mir die Möglichkeit, auch mal rauszukommen. Ich fahre dann zu den Schulen und erkläre im Rahmen einer Unterrichtsstunde, was Steuern sind und wie die Einnahmen verwendet werden.

 

Und die Gedanken zum Jura-Studium sind schon konkret?

Nein, noch nicht. Ich möchte eigentlich gerne in der Finanzverwaltung bleiben, aber auch eine Karriere-Stufe höher steigen. Aber es gibt ja seit Neuestem das Masterstudium innerhalb der Finanzverwaltung. Das könnte ich mir auch sehr gut vorstellen. Dafür muss ich allerdings noch ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln.

 

Hatten Sie schon feste Vorstellungen vom Job in der Finanzverwaltung, als Sie hier angefangen haben?

Ich wurde auf einer Berufsmesse auf die Finanzverwaltung angesprochen. Wobei ich sagen muss, dass meine ersten Assoziationen nicht unbedingt positiv waren. Wenn man Finanzamt hört, verbindet man halt nicht so viel Gutes damit. Ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass 1.000 Euro Ausbildungsvergütung ein sehr starkes Argument für die Finanzverwaltung waren. Ich habe mich letztlich beworben und finde es hier sehr angenehm. Denn mittlerweile weiß ich auch die Vorteile zu schätzen, zum Beispiel das selbständige, eigenverantwortliche Arbeiten.

 

 

Lukas H.